Freitag, 28. August 2009

Chepén - Bendita Perla del Norte

Lieber Jesse, lieber Mathieu, liebe Leser


Morgen bin ich eine Woche hier in Chepén und ich dachte mir, dass es doch mal wieder an der Zeit ist, euch auf den neusten Stand zu bringen.


Am 22.08. bin ich abends zusammen mit Jan in den Bus nach Trujillo gestiegen. Wir haben die ganze Busfahrt geschlafen, bis wir dann morgens um 7 angekommen sind. Jans Gastmutter & -bruder haben uns herzlich empfangen und mich direkt zum anderen Busterminal gebracht, von wo aus ich dann noch alleine 2 Stunden nach Chepén gefahren bin. Ganz schön aufregend war das, weil ich nicht wusste, wann ich aussteigen muss und so als einzige Gringa in nem Bus voller Peruaner fühlt man sich nicht gerade wohl.. Ich hab dann auch noch fast den Ausstieg verpasst, in letzter Sekunde hab ichs doch noch geblickt.

Im Sonnenschein (ein Erlebnis nach 10 Tagen grauem Lima) stand mein Empfangskommitée, bestehend aus meiner Contraparte Amelia - meine Ansprechpartnerin hier und Roberto - Der Gemeindearbeiter, der für meiner Arbeitsstelle zuständig ist, bereit um mich bei meiner ersten Moto-Taxi-Fahrt zu begleiten. In dem Riksha ähnlichen Dings mit Motorrad vorne dran wurde mir dann eröffnet, dass ich zunächst im Pfarrhaus wohnen würde, weil meine Gastfamilie im Haus noch ein paar Sachen herrichten müsse.


Moto-Taxi



Dort angekommen war ich erst mal beeindruckt von der schönen Anlage und dem, wenn auch leeren, Pool. Hier wohne ich jetzt seit einer Woche zusammen mit Marlene, (die ich schon in Deutschland getroffen hatte und der ich die 10 kg Kleider & Medikamente mitgebracht hab, 30+ jahre) Doris(25) und Regina(19). Eigentlich wohnen im Gemeindehaus ausserdem 3 Schwestern, die aber grade in Ecuador sind.








Die Mädels sind alle drei toll und ich verstehe inzwischen voll und ganz weshalb Annka und Dorita, meine Vorgängerinnen, sich so gut mit ihr verstanden haben.







Am Sonntag Abend wurd ich dann im Gottesdienst offiziell begrüsst und es hagelte Küsschen, Umarmungen und Willkomens-Grüsse. Am nächsten morgen bin ich um 7.20 Uhr aus dem Haus gegangen, um zusammen mit Doris ca. 15 Minuten mit dem Moto nach Puente Mayta zu fahren, wo wir beide arbeiten. Als wir dort ankamen haben mich die Kinder angeschaut, als ob ich von nem andren Stern käme. Weil Montag war, mussten sie dann aber zur "formación" antreten - in Klassen geordnet das Vater Unser beten und die Nationalhymmne singen.



Danach durfte ich in meine Klasse, den Inicial mit den Kleinsten, zwischen 2,5 und 4 Jahre alt. Leider gibts davon noch keine Fotos, aber sobald ich welche habe, stell ich sie hier rein. Am Anfang wars ziemlich anstrengend, weil die Sprache doch eine grössere Hürde für mich ist, als gedacht. Ich versteh das meiste, aber irgendwie hauts mit dem reden noch nicht so hin.. aber das wird sich schon geben.



Zurück zur Arbeit: Am Anfang hab ich die Kinder kaum verstanden, weil Kinderspanisch doch ein bisschen anders ist als das normale :) "Pochora" heisst zum Beispiel "profesora". Aber inzwischen klappts. Trotzdem ist die Arbeit anstrengend. Vier Stunden lang Kinder wieder hinsetzen, Pullover ausziehen helfen, ermahnen, sich nicht zu streiten macht doch müde. Ich hätte auch nicht gedacht, dass so kleine Knöpfe schon so dickköpfig sein können.. Ausserdem verbringen die Kinder, deren Eltern meistens arm sind, den Nachmittag auf der Strasse, weshalb sie nicht gerade super erzogen sind. Ich mag sie aber natürlich trotzdem alle und ich weiss, dass es mir schwer fallen wird, mich von ihnen zu verabschieden. Am ersten Tag durfte ich übrigens gleich die Mädels aufs Klo begleiten, was schon ein witziges Erlebnis ist, wenn man das noch nie gemacht hat.



Ich arbeite in Puente Mayta, weil die Schule dort, im Gegensatz zu der hier in Chepén, Probleme hat. Unter anderem liegt das daran, dass die Lehrerinnen ihre Arbeit nicht sehr vorbildlich machen. Sie kommen oft zu spät oder reden weiter mit ihren Koleginnen, obwohl die Pause schon vorbei ist. Die Frauen sind mir auch nicht besonders sympathisch, weils sie manchmal so gleichgültig den Kindern gegenüber wirken und ich gleichzeitig merke, wie sie beobachten, was ich mit den Kindern mache. Aber ich denke, dass ich mich dort gut einbringen kann, wenn das mit der Sprache mal läuft.




Wir haben inzwischen schon öfters meine Gastfamilie bzw. Marlenes Familie besucht, allerdings war ich bis jetzt nur im Eingangsbereich des Hauses, nicht ganz drinnen. Mir wurde gesagt, dass meine Gastmutter eine ganz Liebe sein soll, genau wie meine Schwestern. Der Vater ist blind, was aber nicht wirklich ein Problem für mich ist. Ausserdem habe ich zwei Nichten und einen Neffen. Pepe (12) und Maria Alejandra (8) , Geschwister und deren Cuousine Jamilet (6). Aller drei sind total nett und ich freu mich schon drauf, mehr Zeit mit ihnen zu verbringen. Meine Familie hat übrigens ne Waschmaschine und ne Computer. Ich hoffe die anderen Voluntarios werden neidisch ;).



Am Freitag morgen bin ich nicht zur Arbeit gegangen, weil hier im Gemeindehaus ein Projekt vorgestellt wurde, dass Schwangere betreut und über alle möglichen Sachen informiert. Die Kindersterberrate ist in Peru ziemlich hoch, weshalb das Projekt auch Anklang in der Gemeinde fand. Ein paar Frauen lassen sich jetzt dazu ausbilden, um den Frauen zu helfen. Ich werde dann hoffentlich auch mal bei einem Hausbesuch von denen dabei sein.



Vor der Tagung ha ich mit Marlene noch ein bisschen Sport gemacht. Wir sind auf dem Sportplatz neben an 12 Minuten gerannt und danach ein bisschen Kräftigung. Die Fotos sind aber von nem anderen Abend:

Marlenita & Doris




Am Nachmittag bin ich dann wieder nach Puente Mayta gefahren, um Señorita Perla aus der Gemeinde bei der Catequésis zu begleiten. Dabei wird ein Bibeltext vorgelesen und danach in der Gruppe drüber geredet, was der Text bedeuten kann. Wir sassen also in einer kleinen Hütte, in der fast nichts zu finden war, ausser einem Minialtar mit Maria und Plastikblumen, zusammen mit 3 älteren Frauen und haben über das Gleichnis vom verlorenen Sohn gesprochen. Allerdings werde ich für die Kinder zuständig sein und das ganze etwas spielerischer gestalten. Ich muss nur noch warten, bis die Schwestern wieder da sind, weil es allein für mich abends in Puente Mayta zu gefährlich ist.



Heute morgen war ich dann mit Marlene auf dem Markt und eigentlich wollten wir nach dem Mittagessen noch nach Chiclayo fahren, wo ich vielleicht Lukas hätte treffen können. Das hat aber nicht geklappt, weil nachmittags keine Busse dorthin fahren.



Dafür können wir jetzt im Pool schwimmen gehen, weil sie ihn heute morgen gefüllt haben. (ärgert euch, voluntarios!!)



Soviel zur ersten Woche. Montag gehts in die Gastfamilie..



Meine peruanischen Handynr: 0051 1 945 067 488 --> SMS sind nicht soo teuer ;)



Grüsse und Küsse.



6 Kommentare:

  1. das klingt ja alles echt klasse! Werd mir deine Handynummer gleich mal einspeichern :)

    Gruß, Mathieu

    AntwortenLöschen
  2. Ja, klingt toll und erleichternd. Ich konnte Hannas Handy nur vom deutschen Festnetz erreichen. Von Handy zu Handy kam keine Verbindung zustande.

    Gruß
    Konrad Rotzinger

    AntwortenLöschen
  3. Pool, ich dachte da ist Winter? Ich bin stolz auf Dich, Hanna. Liebe Grüße Erika

    AntwortenLöschen
  4. Wir sitzen mit Maria und Henny zusammen und die beiden haben deinen Beitrag gelesen.
    Ganz liebe Grüße von henny, Maria und Bernd.

    Kuss Mama

    AntwortenLöschen
  5. Ich möchte Dich einfach nur mal ganz lieb grüßen. Schön zu hören, dass mit Dir alles in Ordnung ist.
    LG Godi :-))

    AntwortenLöschen
  6. Hi, na das klingt ja alles ganz schön spannend.

    Ganz hezlichen Gruß von der Münstertäler Oma!!!

    Was du denkst, das bist du
    Was du bist und fühlst, das strahlst du aus.
    Was du ausstrahlst das ziehst du an.

    In diesem Sinne:
    Viel Spaß mit den kleinen Dickköpfen!

    Bussi aus Bayern
    elisabeth

    AntwortenLöschen